Klaus Heer, was ist guter Sex?

Erschienen 2009, Wörterseh-Verlag / Kapitel "Was ist guter Sex?"

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Klaus Heer, kann man die Frage "Was ist guter Sex?" überhaupt stellen?

Klaus Heer: Sie suggeriert, es könnte ein Patentrezept für guten Sex geben (zögert). Es ist nicht sehr sinnvoll, diese Frage einem Außenstehenden zu stellen, auch wenn – oder erst recht wenn es ein sogenannter Fachmann ist. Niemand weiß, was beispielsweise für Sie guter Sex ist. Das können Sie nur für sich selbst oder zusammen mit Ihrem Partner herausfinden.

Also ist es eine unsinnige Frage?

Ich glaube, ja. Denn, schauen Sie, ich bin heute ein 66-jähriger Mann. Vor zehn, zwanzig oder vierzig Jahren hätte ich Ihnen andere Antworten gegeben als heute. Und jede Frau würde sowieso ganz anders reagieren als ich. Die sogenannte Erfahrung, die persönliche und die berufliche, hat mich unsicher gemacht. Das hatte ich nicht erwartet. Ich war noch nie in meinem Leben so unsicher wie jetzt: Eigentlich weiß ich heute weniger denn je, was guter Sex ist. Aber ich habe auch noch nie so viel über diese Frage nachgedacht. Wir könnten gemeinsam versuchen, nach sinnvollen Antworten zu suchen. Oder vielleicht besser: nach klugen Fragen. Differenziert gefragt ist halb geantwortet.

Wie könnte denn nun eine erste Annäherung an die Beantwortung aussehen?

Statt fertige Rezepte zu verkünden, könnten wir über mögliche hochwertige Zutaten für ein feines Festmahl nachdenken. Kochen müsste und dürfte dann jedes Paar selbst. Und essen sowieso. Schon die Ingredienzen sind Geschmackssache, und es gibt eine gute Million Zutaten, die jedes Paar selbst entdecken könnte und müsste.

Zutaten? Ingredienzen? Wieso ist es nötig, die Sexualität so in ihre Einzelteile zu zerlegen?

Nötig ist gar nichts, aber anregend vielleicht schon. Wenn man hört, dass es im Sex nicht nur ein einziges, sogenannt natürliches Fertiggericht gibt, sondern dass man selber kochen kann, ja muss, wenns gut werden und sogar gut bleiben soll im Bett, dann ist das schon eine gute Nachricht. Finde ich.

Wie ist denn sexueller Convenience-Food zusammengesetzt? Ich meine, was gilt landläufig als guter Sex?

»Guter Sex« ist das, was man in Filmen, Fernsehserien und Büchern vorgesetzt bekommt: Zwei fühlen sich zueinander hingezogen, werden unaufhaltsam scharf aufeinander, gleich scharf und gleichzeitig. Sie sind von selbst erregt, getrieben von aufflammender Leidenschaft, erreichen gemeinsam ihren Orgasmus und sind danach beide tief »befriedigt« – befriedigt in Anführungsstrichen. Das Ganze fegt über das Paar hinweg als leidenschaftlicher Sturm, da gibt es nichts zu reden. Es klappt einfach, störungsfrei und reibungslos.

Ist guter Sex vergleichbar mit gutem Essen?

Sex ist ein Luxus, genauso wie ein gutes Essen. Und guter Sex ist vermutlich mindestens so aufwendig und anspruchsvoll in der Herstellung wie ein Fünf-Sterne-Gericht. Man darf aber Sex nicht mit lebensnotwendiger Nahrung gleichsetzen. Niemand muss sich beeindrucken lassen vom Stoßseufzer seines Partners, er leide an »chronischer Unterernährung«, wenn er nicht an seine Minimalration Sex herankomme. Sex ist keine existenzielle und unentbehrliche Nahrung. Kein Mensch muss verhungern, wenn er keinen Sex hat. Niemand.

Dabei geistert ja genau die Vorstellung in unseren Köpfen herum, ohne Sex gehe es nicht.

Das ist eine Zwangsvorstellung, eine Endmoräne der Steinzeit-These, dass der Mann das Recht auf eine Frau habe, die er drannehmen und ficken kann, wenn er es braucht.

Solche Ideen halten sich bis heute?

Aber sicher, bei Juristen, Disponenten, Dachdeckern. Überall.

Sie sprechen von der Generation der Siebzigjährigen und Älteren?

Keineswegs. Da geht es auch um smarte junge Männer, Jungpfarrer und Nachwuchsfahrlehrer beispielsweise.

Gehen wir einen Schritt weiter und versuchen wir, zu umschreiben, was guten Sex ausmachen könnte.

Ich möchte nicht geschmäcklerisch erscheinen. Der reibungslos funktionierende Sex, den ich vorhin leicht ironisch beschrieben habe, ist zweifellos etwas vom Allerfeinsten, was einem hienieden widerfahren kann ...

...wenn alles fließt und flutscht...

Genau. Hier gibts indessen einen kleinen Haken. Solcher Hightech-Sex existiert praktisch nur in den Medien und in unseren Köpfen. In unseren realen Doppelbetten ist er kaum erreichbar.

Never ever?

Sagen wir: selten. Es hat einfach keinen Sinn, sich darauf zu versteifen, es funktioniert wahrscheinlich nicht. Und zwar, weil wir uns darauf versteifen.

Sie plädieren also dafür, dass man mit solchen Vorstellungen ein für alle Mal aufräumt?

Man muss damit aufhören, weil sich dahinter die unmenschliche Rechnung verbirgt, dass guter Sex gleichzusetzen sei mit perfektem Sex. Guter Sex ist – jetzt kommen wir zu einem ersten vorsichtigen Definitionsversuch – eine körperliche Begegnung zweier Menschen, bei der nicht das perfekte Funktionieren im Mittelpunkt steht, sondern die beiden Menschen. Wahrscheinlich büsst der Sex immer seinen Glanz ein, wenn ich mich und meine Partnerin aus den Augen verliere, weil mir anderes wichtiger ist, zum Beispiel die Erregung, die meine oder die des anderen, der Höhepunkt oder das Bemühen um perfekten Sex. Wenn all das im Vordergrund steht, verblasst die Sexualität.

Was muss stattdessen im Vordergrund stehen?

Die Begegnung, die unmittelbare körperliche Begegnung zweier Menschen. Vielleicht ist das alles ein bisschen paradox. Wer guten Sex erreichen möchte, sollte nicht auf guten Sex aus sein, sondern darauf, dass er den intimen Kontakt zum anderen herstellen und halten kann. Dann geht eine neue Welt auf. Wenn ich hingegen auf guten Sex aus bin...

...zielstrebig und ergebnisorientiert...

... verengt sich alles und wird anstrengend.

Wie könnte die Reise in das Neue aussehen, der Weg zum guten Sex?

Vielleicht ist es gar nicht ein Weg, der dorthin führt. Vielleicht fängt alles mit einem großen Vergessen an. Nämlich mit dem Vergessen von allem, was wir je über Sexuelles gelesen, gehört und vor allem gesehen haben (lacht). Ich weiß natürlich, dass das nicht geht ...

... das ist wirklich nicht einfach ...

... aber ich sags trotzdem: Steigen Sie möglichst nackt und bloß ins Bett, machen Sie Ihren Kopf frei, schließen Sie Ihr Herz auf, seien Sie ganz Ihr Körper, von oben bis unten, mit Haut und Haaren, mit Leib und Seele. Lieben Sie mit Ihrem ganzen Körper und lassen Sie sich lieben, überall, ganz. Gehen Sie zurück auf Feld eins und starten Sie neu. Dort, wo Sie nichts wissen über guten Sex, dort, wo Sie neugierig sind auf den Moment und auf Ihr Gegenüber und auf sich.

Reset!

Reset! Genau. Fragen Sie sich immer wieder: Was ist jetzt? – Und jetzt? – Und was jetzt? Das Jetzt ist ja überhaupt der einzige Ort, wo wir etwas erleben können: das Hier und das Jetzt. Gestern ist vorbei, morgen noch nicht da. Stattdessen fragen Sie immer wieder Ihre Sinne ab: Wie ist es jetzt? Was empfinde ich? Was berühre ich, sehe, höre, rieche, schmecke ich jetzt? Und was geht mir jetzt durch den ganzen Körper und durch den Kopf? Das ist Präsenz, das Surfen auf der Welle des Augenblicks.

Was nicht einfach ist für moderne Menschen, die eingebunden sind in tausend Termine, Verpflichtungen ...

... und Projekte ...

... die einen fest im Griff haben.

Und sie können gar nicht anders, als diese Unruhe mit ins Liebeslager zu nehmen.

Woran erkennt man, dass man beim Sex präsent ist?

Ich glaube, man merkt es daran, dass man sich keine Sorgen mehr macht, obs »klappt«, ob alles richtig ist, ob man dem Partner gefällt oder genügt, ob man das Ziel erreicht – es gibt ja gar kein Ziel. Keine Sorge auch, zu kurz zu kommen. Es ist alles da, es fällt einem sozusagen in den Schoß, von Augenblick zu Augenblick.

Wenn guter Sex sorgloser Sex ist, gäbe es auch keinen Leistungsdruck, keinen Stress mehr im Bett.

Könnte sein, ja. Niemand muss irgendetwas müssen. Der Mann muss nicht sein Männchen machen, die Frau muss nicht scharf werden. Zwischen dem, was ist, und dem, was sein sollte, gibt es kein Gefälle. Es darf sein, was ist. Stellen Sie sich einen Fluss mit ganz wenig Gefälle vor. Je weniger Gefälle der Fluss hat, umso mehr mäandert er. Das heißt, er sucht seinen Weg in weiten Schleifen in der weiten Ebene durch die weite Landschaft. Er braucht viel Platz, viel Zeit und bietet viele Überraschungen.

Der Gegensatz dazu wäre?

Das wäre der kunstvoll verbaute, kanalisierte Fluss; das kann vielleicht auch gut sein und attraktiv. Sofern sich beide, Mann und Frau, dazu entschließen, gemeinsam auf Erregung und Orgasmus aus zu sein, und sofern beide Erfolg damit haben.

»Erfolg haben im Sex«? Das klingt nach Anstrengung.

Es ist wohl auch meistens anstrengend. Vielleicht gelingt es eher, wenn man jung und stark und weniger anspruchsvoll ist. Später entdeckt man möglicherweise, dass die mehr oder weniger bewusste Zielvorgabe »Erfolg haben im Bett« wirklich guten Sex verhindert oder behindern kann. Mir kommt es viel abenteuerlicher vor, wenn zwei sich einander annähern und berühren ohne eine Idee, wohin sie sich bewegen möchten oder müssten.

Sie meinen, Ideen stehen gutem Sex im Weg?

Ja, vermutlich behindern Konzepte generell gute sexuelle Erfahrungen. Vorstellungen, wie es sein sollte im Bett, stellen sich vor das wirkliche Erleben, sie verbauen und beengen es. Sich ziellos miteinander irgendwohin treiben lassen liegt dann kaum mehr drin.

Oder absichtslos miteinander spielen?

Ja, das Liebesspiel könnte absichtslos sein wie jedes Spiel, das nicht auf einen Gewinn aus ist. Wie das Spiel von Kindern im Schnee oder am Wasser. Mit dem einzigen Sinn: Es macht Freude. Beim Sex sind die beiden Körper spielerisch im Vordergrund, die beiden Körper sind dabei, einander ohne ein Szenario zu lieben. Sie haben keine Vorstellung davon, wie das gehen müsste und wohin. Es geschieht jetzt in diesem Augenblick.

Was ist denn die Hauptsache beim guten Sex?

Sie selbst müssen wissen, was Ihnen beim Sex am meisten am Herzen liegt. Oder es zusammen mit Ihrem Partner erfinden. Es könnte zum Beispiel das Spiel sein. Nicht das Vor-Spiel, eher das Spielerische. Vielleicht kommen Sie der Antwort auf Ihre Frage auf die Spur, wenn Sie zwei vereinbaren, nicht etwa das Vorspiel abzuschaffen, sondern alles andere. Sagen wir für einen oder zwei Monate, versuchsweise. Sie machen und erforschen nur noch Vorspielsex.

Das klingt nach langweiligem Kuschelsex.

Finden Sie? Absichtsloses Mäandern ist süss. Es gibt himmelweite Unterschiede beim Berühren. Man kann berühren, um scharf zu machen, zu stimulieren und zu manipulieren, um die Schärfe voranzutreiben und den Gipfel zu erreichen. Das kann kurzweilig sein und vielleicht ohne Umschweife guten Sex bescheren.

Und das langweilige Berühren?

Das braucht tatsächlich etwas längere Weile. Die Hand zum Beispiel ist jetzt nicht mehr ein Gerät, um etwas zu bewerkstelligen. Sie will eventuell nicht einmal in erster Linie zärtlich sein und liebkosen, das vielleicht auch. Sie ist vor allem ein lebendiges, beseeltes Fühlorgan. Sie kann Kontakt herstellen, Verbindung aufnehmen, Energie fließen lassen. Ein solcher Kontakt wird nicht unbedingt erregen und aufregen, eher anregen. Und die Lust dabei ist eher Wohl-Lust als Wollust.

Gehen wir einen Schritt weiter. Wie gestalten Paare üblicherweise den Übergang vom Vorspiel zum Koitus?

Das ist tatsächlich der Moment, wo zwei Liebende den sexuellen Rubikon überschreiten, also ein wichtiger, riskanter Übergang. Es hält sich hier nämlich ein vielschichtiges Rätsel verborgen. Wer signalisiert was wie? Wer bestimmt und wer zieht nach? Stimmt es eigentlich für Sie, wie Sie das gewöhnlich machen? Stimmt es für Sie beide? Überall liest man von der vorzeitigen Ejakulation. Aber die vermutlich viel häufigere vorzeitige Penetration ist selten Thema oder gar nie. Auch wenn sie in vielen Doppelbetten guten Sex vermiest.

Wann ist der Zeitpunkt für den Koitus gekommen?

Ganz einfach: Wenn beide dazu bereit sind oder wenn die Frau den Mann unmissverständlich hereinbittet, weil sie nicht länger warten kann oder mag. Die unklaren Pfortenöffnungszeiten dürften ruhig auch mal explizit auf den Tisch kommen. Das kann ein anregendes Gespräch werden, wenn wir mal darüber reden, wie wir das eigentlich machen. Ich glaube, es wird häufig zu früh zusammengesteckt.

Wenn die Erregung stark genug ist, öffnen sich die Pforten doch von selbst.

Das kann sein, das heißt aber noch nicht, dass die Sexualität mit zunehmender Erregung besser und erfüllender wird.

Nein?

Was sicher zunimmt, wenn die Erregung stärker wird, ist der Sog in Richtung Orgasmus. Doch dieser Sog raubt einem die Präsenz. Man fällt aus dem Jetzt heraus. Man wird aus sich herausgerissen auf die Zielgerade des Zenits.

Das findet die Mehrheit der Menschen mit Sicherheit wunderbar.

Gut möglich. Lassen Sie mich dennoch meinen Gedanken zu Ende führen. Wenn mich der Erregungssog aus der Präsenz herausreißt und ich nur noch den angestrebten Orgasmus im Kopf und zwischen den Beinen habe, wird das ganze Geschehen schnell und schneller und zunehmend verengt auf das Ziel fixiert. Es ist dann aber auch ebenso schnell vorbei, wie ein Strohfeuer. Ein wunderschönes Feuerwerk zwar, aber es hinterlässt manchmal kein sehr nachhaltiges und gutes Gefühl.

Man darf die Erregung also nicht anheizen?

Sie dürfen natürlich alles. Erregt zu vibrieren, ist ein hinreißender Ausnahmezustand. Aber in Zusammenhang mit Erregung haben Sie möglicherweise mehr Spielraum zum Erforschen frei, als Sie bisher vermutet oder erfahren haben. Wenn Sie Ihren Partner liebevoll-interessiert berühren, machen Sie ihn weniger heißhungrig, als wenn Sie ihn einförmig reiben, um ihn scharf zu machen. Er wird vielmehr lebendig, angeregt, warm und fließend. Fächeln Sie ihm gewissermaßen nur ein wenig zarte Luft zu, statt dafür zu sorgen, dass er ein Raub seiner hitzigen Stichflammen wird. Vor allem Frauen empfinden es ja als Lustkiller, wenn ihr Mann den Blasebalg herausholt und ihnen einheizen will. Diese offensichtliche Absicht ist ja so was von unerotisch. Und hat auch nichts mit liebevollem Interesse am Gegenüber zu tun. Da wird die Partnerin heiß gemacht, vor allem um das eigene Ego zu füttern und den großen Hecht im Bett zu spielen.

Werden Sie etwas konkreter: Wie geht das Zarte-Luft-Zufächeln?

Haben Sie zum Beispiel schon je erlebt, dass Ihr Partner Sie im Bett hingebungsvoll an der Klitoris, an den Schamlippen, den großen oder den kleinen, berührt hat, ohne Sie erregen zu wollen? Einfach aus liebevollem erotischem Interesse? Wie wenn er oder sie Ihr Ohr oder Ihren kleinen Finger allerliebst erkunden wollte? Als wärs das erste Mal überhaupt? Das kann ein wundervolles Erlebnis sein. Wenn Sie nämlich nicht mehr unbedingt und immer auf Hochleistungserregung aus sind, weder bei Ihrer Partnerin noch bei sich selbst, werden Sie von alleine neugierig und erfinderisch. Vielleicht werden Sie entdecken, wie einfach das ist. Es genügt fürs Erste, Ihre Sexualität zu entschleunigen. Tun Sie im Bett dasselbe wie bis anhin, seien Sie in der erotischen Begegnung wie immer, seien Sie es einfach zwei- oder dreimal langsamer als bisher. Drosseln Sie das Tempo so, dass Sie kein Aquaplaning haben, sondern mehr Bodenhaftung, mehr Kontakt miteinander und auch mit sich selbst. Pfeifen Sie auf das Diktat der Leidenschaftlichkeit, auf diese medial geschürte Wahnvorstellung, und schauen Sie, was geschieht.

Dann döse ich vielleicht in den Armen meines Geliebten ein.

Macht nichts. Da werden Sie einfach ganz entspannt sein. Viele Leute können sich doch im Zusammenhang mit Sex Entspannung nur als Erleichterung und Entladung nach dem Orgasmus vorstellen. Es gibt aber auch Entspannung vor dem Orgasmus. Sie könnten diesen andauernden Zwang fahren lassen, immer etwas tun zu müssen, immer auf etwas hinzuarbeiten, immer aufzupassen, dass alles richtig läuft. Dann entstünde Platz für Bewusstheit und Sensibilität. Sie könnten wach werden für alle Ihre inneren Empfindungen, Sie würden die Feinfühligkeit Ihres ganzen Körpers wahrnehmen. Wach entspannt ist natürlich das Gegenteil von dösig und verschlafen. Entspannung ist auch der Gegenpol von Erregung. Sie sind entspannt, weil Sie gar nichts müssen. Nichts machen müssen. Sein statt machen. Sie können ruhig zuschauen, wie sich Ihre sexuelle Energie ohne Ihr Zutun in Ihrem ganzen Körper ausdehnt.

Das klingt nach Meditation: entspannt im Hier und Jetzt, wache Wahrnehmung.

Sex ist wahrscheinlich die einfachste und leichteste Form von Meditation. Meditation zu zweit. Dem verlorenen Paradies, wo wir nichts wollen, weil alles zum Greifen nahe ist, sind wir nie so nahe wie beim Sex – weil wir uns mit dem lebendigen Leben verbunden fühlen. Es genügt, es im Kopf allmählich still werden zu lassen und sich auf die Körpererfahrung zu konzentrieren. Aufs Berühren und Berührtwerden. Das Jetzt ist stark genug.

Stark genug auch, um zum Beispiel eine Erektion zu bekommen?

Das ist sehr interessant. Wir Männer haben uns unser ganzes Erwachsenenleben lang daran gewöhnt, dass wir liebend gern starke Reize wie pornografische Bilder und gekonnte kräftige Reibung nutzen, um steif zu werden und dann zur Ejakulation zu kommen, die wir von Anfang an im Kopf haben. Bei vielen Frauen ist es ähnlich: Auch sie – und ihre Männer – bemühen sich aktiv und gezielt – häufig erfolglos – um Erregung und Orgasmus. Damit haben wir die feine Sensibilität unserer Genitalien und unseres Körpers weitgehend verloren. Wir spannen uns an, setzen uns unter mechanischen und psychischen Druck, um unser Ziel zu erreichen. Die Spannung konzentrieren wir auf unsere Geschlechtsorgane, unser Körper bleibt deren praktisch unbeteiligtes Anhängsel.

Guter Sex wäre also möglich ohne die andauernde Anstrengung, Erregung erreichen und aufrechterhalten zu wollen – und als Mann obendrein noch dafür zu sorgen, nicht zu früh abzuspritzen?

Es gibt Paare, die genießen Sex von dieser sportlichen Seite: alles tun, um die Erregung auf die Spitze zu treiben, möglichst spitz und möglichst gemeinsam. Für sie ist das weder Arbeit noch Mühsal, sondern flippige Akrobatik. Die meisten Männer und Frauen aber fühlen sich belastet und überfordert. Sie wären froh, die ganzen Anstrengungen im Bett loszuwerden. Als entspannte Alternative könnten sie anfangen, ihre Vereinigung in der Vagina zu spüren, wirklich zu fühlen. Nicht in der Fantasie und im Kopf. Sondern leibhaftig. Feinfühlig. Empfindsam. Tief innen. Das setzt aber voraus, dass ich fähig bin, mich selbst wahrzunehmen. Die Schönheit der Sexualität müsste aus mir kommen, aus meinem Inneren wachsen. Eigentlich müsste ich vor dem Sex mich selbst erspüren, meinen Körper, mein Innen, mein Wesen. Dann bin ich voll da. Und wenn ich jetzt zärtlich bin mit meiner Partnerin, sie körperlich liebe, kommt das alles aus meiner ruhigen inneren Fülle. Und nicht aus der unruhigen Leere, die den Sog des bedürftigen Begehrens auslöst.

Welchen Stellenwert messen Sie dem sexuellen Begehren bei?

Es ist ein wunderbares Gefühl, einen geliebten Menschen zu begehren. Noch schöner, von ihm begehrt zu werden. Allerdings ist der Begriff Begehren ein schillernder, zwiespältiger. Das fängt schon beim Wort selber an. Begehren ist wortgeschichtlich eng verwandt mit begierig, Gier, Geier, Geifer und Gähnen. Für viele Menschen, vor allem für Männer, ist Begehren einfach ein »natürlicher biologischer Trieb«, der idealerweise zunehmende Spannung erzeugt, die sich in den Orgasmus entlädt und ein Gefühl der »Befriedigung« hinterlässt.

Tut sie das etwa nicht?

Das tut sie gewiss. Das befriedigende Gefüll ist deutlich und wunderbar zu spüren im Körper, besonders zwischen den Beinen. Und im Kopf. Nur leider hält dieser Befriedigungsmechanismus nicht sehr lange vor. Besonders bei vielen Frauen funktioniert es auf Dauer nicht, dass der Mann sie praktisch als Lust-Zapfsäule braucht, sich also eigentlich an ihnen selbstbefriedigt. Oder bös gesagt, sie benützt, um seine Notdurft zu verrichten.

Klingt nicht gerade edel.

Guter Sex muss ja nicht immer mit Liebe zu tun haben. Wir sind Säugerinnen und Säuger, und unsere Sexualität hat viel Animalisches an sich. Darum staune ich immer wieder: »Du liebst mich nicht«, höre ich oft Männer zu ihrer Frau sagen, »nie kommst du auf mich zu und zeigst mir, dass du mich begehrst. Ich mach das die ganze Zeit, aber du weist mich dauernd ab.«

Dieses Begehren ist demnach kein Liebesbeweis?

Ich könnte mir ein anderes Begehren vorstellen: die Freude, die Lust, das Vergnügen, das Entzücken, jetzt in diesem Augenblick mit dir hautnah und herznah zusammen zu sein. Ohne irgendetwas vorzuhaben oder zu planen oder herbeizumanipulieren. Einzig mit dem Begehren, jetzt zu erfahren, wie mir und uns geschieht, wenn ich mich dem freien Fluss des Zusammenseins hingebe. Dieses Begehren kommt nicht aus der Leere der Bedürftigkeit, sondern aus der Fülle der Lust an der immer wieder neuen Begegnung. So etwas könnte womöglich viel anziehender sein als geifernde sexuelle Bedürftigkeit.

Vielleicht hat es einem Paar langsam abgestellt, einfach weil es schon zehn, zwanzig Jahre zusammenlebt und sich in- und auswendig kennt.

Das würde ja heißen, dass guter Sex nur möglich ist, solange man die berüchtigten Schmetterlinge im Bauch hat. Aber die meisten Paare machen doch die Erfahrung, dass der Start im Bett auch anstrengend sein kann. Weil man auf fremdem Territorium ist mit einem fremden Menschen, man muss einander abtasten, und es gibt tausend Möglichkeiten, danebenzugreifen.

Dann könnte Vertrautheit auch ein Aphrodisiakum sein?

Es hängt davon ab, was man erwartet. Nur sehr selten ist es möglich, die Bauchfalter über Jahre flattern zu lassen. Der zauberhafte Frühling will ja auch nicht bleiben bis im Juli oder länger. Aber der Sommer hat seine eigene Anmut. Der Herbst auch. Anders gesagt: Dieses Gefühl, vertraut, aufgehoben, emotional verbunden zu sein mit dem Partner, könnte man im Sex mit dem Körper zum Ausdruck bringen und feiern.

Viele Frauen sagen ja, guter Sex sei eigentlich nur mit dem Mann möglich, den man liebt.

Das ist vielleicht eine ziemlich romantische Vorstellung. Je nachdem, was man mit »Liebe« meint. Ich glaube schon, dass Menschensexualität und Liebe zusammengehören. Dass Sex in den meisten Beziehungsbiografien verdorrt ist, hat wohl damit zu tun, dass sich viele Menschen gegenseitig sexuell ausnützen. Oder einer den anderen. Und der andere lässt es zu, dass der eine ihn ausnützt.

Wie soll ich mir Sex vorstellen, der dank der Liebe richtig gut geworden ist?

Vielleicht sind da weniger Liebesgefühle und innige Emotionen im Spiel, als man denkt. Eher Großzügigkeit und Großherzigkeit. Immer diese kleinliche Angst, zu kurz zu kommen: Was soll das? Ich könnte es doch mit verschwenderischer Zuwendung versuchen, könnte einfach geben und schenken. Ohne engherzig darauf zu schielen, was zurückkommt und ob es genug ist.

Dann ist Geiz also gar nicht so geil, wie es immer heißt?

Weitherzige Liebe kalkuliert eben möglichst wenig oder gar nicht. Sicher nicht kurzfristig. Sie ist emotional intelligent und weiß, dass mir die passiven Versorgungserwartungen alle Freude rauben. Sie machen mich miesepetrig, immer unterschwellig enttäuschungsbereit und verkrampft. Wer wollte da freiwillig und mit Freuden Sex mit mir haben? Sex mit einem Menschen, an dem man keine Freude hat, kann wohl niemals guter Sex sein. Vermutlich müsste ich es noch etwas breiter sagen: Gut wird eine sexuelle Begegnung wahrscheinlich dann, wenn das Vergnügen am Partner so süss ist, dass man es überhaupt nicht mehr eilig hat. Schon gar nicht mit dem Orgasmus.

Wo bleibt da der sexuelle Kontrollverlust – unabdingbare Zutat aller ekstatischen Paarungen?

Niemand ist auf den sexuellen Kontrollverlust angewiesen, um leidenschaftlich lieben zu können. Im Gegenteil. Einzige Voraussetzung für sexuelle Süsse: Man muss aus den naiven Rauschträumen erwachen. Guter Sex ist vielleicht eher wie Windstille, die Zeit bleibt stehen – das ist leise Leidenschaft, kühl-sanfte Ekstase. Ich bin da. Da und hier. Bei mir und bei dir.

Ein ganz spezieller Zustand.

Eher ein fließender Zustand als ein Akt, wo die zwei etwas tun, wie das Wort »Akt« nahelegt. Es ist ein Ausnahmezustand. Wir sind doch eigentlich im Leben nie so wie beim Sex. Nie so nackt und bloß, nie so weich und beinahe hinüber in einer anderen Welt, nie so verzaubert und in Trance zusammen mit dem Partner. Eigentlich sind wir bis zur Unkenntlichkeit uns selbst, jedenfalls wenn der Sex gut ist und uns guttut.

Welchen Aufwand muss man betreiben, wenn man wirklich guten Sex erleben will? Welche Investitionen sind erforderlich?

Mit der Liebeskunst ist es wahrscheinlich wie mit allen anderen Künsten. Einmal im Jahr, an Weihnachten, Blockflöte »spielen« kann das Herz erfreuen. Aber sich als Oboensolist jeden Tag Stunden auf ein Mozartkonzert vorbereiten – das ist etwas ganz anderes.

Üung führt zu Meisterschaft?

Könnte gut sein, ja. Man muss damit rechnen, dass die Qualität des Sex davon abhängt, was man aufzuwenden bereit ist. Viele, wenn nicht die meisten Paare geben sich mit einem minimalistischen Sex-Stil »zufrieden«. Hauptsache, Orgasmus. Zu mehr reicht es nicht, weil man eben gar nicht mehr anstrebt. Oder weil man hilflos ist gegenüber der Frage, was man investieren könnte.

Was kann man denn konkret investieren?

Wenn mir etwas wirklich am Herzen liegt, muss mir niemand sagen, was ich dafür tun soll. Ich tue es von selbst, weil es mich zieht. Ich denke viel darüber nach, ich besorge mir Anregung, wo immer ich kann, zum Beispiel in Büchern, im Gespräch mit Freunden oder in Kursen. Ich wende Zeit auf mit meinem Partner: zum Reden, zum Austauschen, zum Zuhören, zum gemeinsamen Lesen, zum Lieben, zum Sein.

Ist guter Sex ohne genug Zeit unmöglich?

Manchmal fällt einen die schnelle Nummer jäh an, ein Quickie plumpst einem aus heiterem Himmel in den Schoß, sozusagen unverdient, als unschätzbares kleines Geschenk vom Himmel eben. Das gibts. Aber vermutlich nur, wenn mans nicht erwartet. Nach einem Krach vielleicht. Oder man kann sich gar keinen Reim drauf machen, wie es plötzlich so wild hat einschlagen können.

Gibt es kein zeitsparendes Rezept für prima Sex?

Nein, ich glaube nicht. Der Fast-Food-Sex, die schnelle Entspannung zwischendurch oder das Highspeed-Schlafmittel spät am Abend ist vielleicht der Traum vielbeschäftigter Leute. In Wirklichkeit ist Zeit ein wichtiger Werkstoff, der unentbehrlich ist, wenn man auf Dauer guten Sex suchen und finden will. Soll ich schätzen, wie viel Zeit dafür nötig ist? Sagen wir eine Stunde. Oder besser zwei. Damit überhaupt ein wenig ein Gefühl von Zeitlosigkeit entstehen kann. Vielleicht wärs auch mal ein denkwürdiges Erlebnis, einen ganzen Tag im Bett zu bleiben und nur zu sein. Zusammen sein. Zusammen mit dem Partner, eins mit dem Leben. Und sonst nichts.

Wie gelingt es, das Leben mit sexuellen Farbtupfern zu verschönern?

Ein Paar, dem es eine Freude ist, sich zu berühren, wird immer wieder Gelegenheiten finden, seinen gemeinsamen Alltag mit Eros anzureichern. Es weiß ganz selbstverständlich, sich zu überraschen mit sexuellen Goodies und kleinen erotischen Intimitäten. Tipps dafür braucht es nicht. Höchstens etwas liebevolle Fantasie.

Stichwort Intimität. Wie stark ist guter Sex davon abhängig, dass zwei wirklich intim miteinander werden?

Eigentlich hätte ich zuerst über die wichtigste und zugleich schwierigste Investition reden müssen – noch vor dem Zeitaufwand. Eben über die Intimität. Damit wir uns richtig verstehen: Intimität ist nicht in jener kuscheligen Wellness-Nische zu finden, wo viele Paare sie suchen. Intimität ist die Erfahrung, die ich mit dir mache, wenn wir einander zeigen, wer und wie wir sind. Und wenn wir beide wirklich alles hören wollen und können, was es da zu hören gibt. Wie irritierend es auch sein mag.

Ein Beispiel bitte.

(Überlegt.) Vielleicht zwei Alltagsbeispiele: Meine Partnerin sagt mir, es missfalle ihr an mir, wenn ich einen unfreundlichen Kellner ebenso unfreundlich behandle. Oder sie bekommt von mir zu hören, dass es mich unter Druck setzt, wenn sie mich andauernd dazu drängt, mein Innerstes nach außen zu kehren: »Jetzt red endlich von deinen Gefühlen!« Immer wieder gibt es Situationen, die Mut verlangen. Zu sagen, was gesagt werden muss. Man könnte es wegdrücken, mit Rücksicht auf die schützenswerte Komfortzone, wo man sich »nicht zu nahe treten« will, wie man so schön sagt. Misstöne sind also nicht gefragt. Der zu erwartende Nachteil: Die Komfortzone wird immer schmaler, das unausgesprochene Unbehagen immer breiter ...

... und guter Sex immer unwahrscheinlicher?

Intimität entsteht kaum und immer weniger, wenn der andere gewohnheitsmässig so auf mich reagiert, wie ich es erwarte. Auf die Frage »Und, wie wars?« möchte ich natürlich hören, dass ich gut, ja sehr gut war im Bett. Alles andere würde ich als verletzende Zurückweisung empfinden. So wird sich meine Partnerin zunehmend untreu und ich mir selbst auch. Wir werden einander immer fremder – aus Angst vor Ablehnung. Diese Angst ist es, die unsere Intimität zersetzt. Wir sind lieb und nett und fremd. Und stumm. Aber zwei Menschen, die miteinander intim sind, wollen sich so kennen lernen, wie sie sind, wollen Nein sagen können, wenn nötig. Wollen sich zeigen und einander sehen, möglichst genau, wie sie sind. Intimität ist nur etwas für unerschrockene Leute.

Intim werden hieße dann also einander sehen.

Sehen, mit wem man da im Bett ist, ja. Doch wir machen es anders: Wir blenden den Liebespartner aus und uns selbst auch, damit »es klappt« beim Sex. Wir verschwinden nach innen. Es gibt eine unausgesprochene Abmachung zwischen dir und mir: Wir stellen uns blind, damit es nicht peinlich wird, sondern scharf. Das ist dann zwar Sex, aber intim ist es nicht.

Guter Sex hat also mit dem Visuellen zu tun ...

Moment! Ich rede hier nicht von der gewöhnlichen Geilheit, die der Anblick von nacktem und halbnacktem Frischfleisch vor allem bei Männern leicht entfacht. Ich denke an jenes Kribbeln im Bauch, das praktisch alle Paare bereits vermissen, wenn sie ein paar Monate zusammen sind. Sie hören auf, sich in die Augen zu schauen, länger in die Augen zu schauen, meine ich. Eine halbe Minute, eine ganze oder gar drei Minuten. Das kann ganz schön kribbeln. Nicht nur angenehm allerdings. Besonders, wenn man erregt ist. Es ist eben sehr intim. Nichts für schwache Nerven.

Wie stark gewichten Sie das Beherrschen sexueller Techniken?

(Überlegt.) Mit fünf Prozent. Höchstens zehn. »Technik beherrschen« klingt doppelt männlich. Natürlich ist es ziemlich unpraktisch, wenn ein Mann die Kunst nicht beherrscht, seine Ejakulation einigermaßen zu steuern. Hauptsächlich darum, weil er damit zu erkennen gibt, dass er unfähig ist, die sexuellen Freuden zu genießen. Er muss die Sache möglichst schnell besorgen, in weniger als zwei Minuten. Das Nachsehen haben beide Beteiligten. Grundsätzlich ist es möglich, die Ejakulation günstig zu beeinflussen, besonders wenn sich im Kopf, im Herzen auch etwas verändert. Nicht nur technisch-handwerklich.

Was gilt als unentbehrliches Basiswissen für guten Sex?

Ich bin jetzt versucht, Ihnen ein paar elementare Fakten aus dem sexuellen Aufklärungsbuch zu nennen. Etwa das Wissen darüber, wo die Klitoris sitzt und wie sie aussieht. Das wissen ja erstaunlich viele Leute nicht oder nur sehr ungenau. Auch Frauen. Allemal zum Nachteil der Frauen natürlich. Ich zweifle aber je länger, je mehr, ob mehr Wissen auch mehr Glück im Bett bedeutet.

Gibt es nicht vielleicht doch etwas, das ich unbedingt wissen muss?

(Zögert.) Ja, wahrscheinlich ist es diese einfache Grundregel: Niemand kann es im Bett gut haben, wenn es seinem Partner nicht so gut geht. Oder sogar schlecht.

Stichwort sexuelle Unzufriedenheit: Was kann man dagegen tun?

Nichts sollen Sie dagegen tun. Unzufriedenheit gehört zum guten Sex beinah wie die Flügel zum Vogel. Verschließen und verhärten Sie sich nicht! Nutzen Sie Ihre Unzufriedenheit, sie macht Sie unruhig, suchend, interessiert, offen, durchlässig, bewegt, weich. Mehr noch: Ihre Unzufriedenheit ist ja nie die gleiche wie die Ihres Partners. Auch diese Unterschiede können Sie als ergiebige, erneuerbare Energiequelle für Veränderungen und Verbesserungen Ihres Liebeslebens nutzbar machen. Natürlich nur, wenn Sie sich darüber austauschen. Guter Sex ist Sex in andauerndem Wandel.

Unzufriedenheit und guter Sex sollen zusammengehören?

Dieser Widerspruch ist nur ein scheinbarer, also ein Paradoxon. Wenn man die Zusammenhänge zwischen Sex und Unzufriedenheit genauer anschaut, sieht man, dass die beiden in einer Spannung zueinander stehen, und diese Spannung schafft die notwendige Voraussetzung, dass der Sex gut werden kann. Zumindest besser.

Gibt es noch mehr solche vermeintlichen Gegensätze in der Sexualität?

Ja, viele. Viele, meist unangenehme Gefühle geistern in unseren Schlafzimmern herum, sie gefallen uns gar nicht, wir wehren uns gegen sie, wollen sie verscheuchen – fast immer erfolglos. Also tun wir gut daran, uns mit ihnen anzufreunden, sie sozusagen höflich in unser Bett einzuladen. Sie sind sowieso immer mit von der Partie. Das heißt, jede erotische, sexuelle Situation ist mehrdeutig. Wenn es uns nicht gelingt, uns mit dieser Mehrdeutigkeit gut zu stellen, gibts auch keinen guten Sex.

Werden Sie doch etwas konkreter!

Angst und Unsicherheit zum Beispiel. Die Angst, es könnte etwas schiefgehen, die Erektion könnte serbeln. Oder man schaffe vielleicht den Orgasmus nicht zur rechten Zeit. Unsicherheit, ob mich meine Partnerin an- und aufregend findet. Oder ob ich jetzt etwas sagen soll oder nicht, um meine Unsicherheit zu klären. Allgegenwärtig im Bett ist natürlich die Scham. Ohne sie gäbe es keine Lust und erst recht keine Erregung. Sie ist immer da, gleich um die Ecke. Ähnlich wie der Ekel, mit dem man jederzeit rechnen muss. Gewöhnlich glaubt man, diese ungebetenen Gefühle störten die Sexualität ernsthaft oder sabotierten sie sogar. Das tun sie aber nur, wenn sie übermächtig sind. Als gut dosierte Zutaten können sie wie ein Gewürz wirken, das den Sex pikant macht. Unser Beitrag zu gutem Sex könnte sein, dass wir uns der verhaltenen Zwiespältigkeit der Sexualität hingeben, sie gelassen hinnehmen, wie sie ist.

Welche Rolle spielt das Küssen?

(Lacht.) Ach, beim Küssen schöpfen wir wohl höchstens einen Bruchteil unseres Liebespotenzials aus. Wir sind gewöhnlich zu schnell, zu angespannt, viel zu zielgerichtet. So trägt das Küssen nicht so viel zu einer glücklichen sexuellen Begegnung bei, wie es eigentlich könnte.

Wir küssen zu oberflächlich?

Viele Paare, besonders die Männer, dringen zum Beispiel häufig vorzeitig mit der Zunge in den Mund des anderen ein. Sie haben es darauf abgesehen, möglichst schnell an möglichst viel Erregung heranzukommen. Das hat zur Folge, dass es einem der beiden rasch zu viel wird, sodass er oder sie sich wehrt gegen die intime Aufdringlichkeit. Und dann lassen es die beiden mit der Zeit ganz bleiben. Schade, finde ich.

Sie sprachen von zu viel Anspannung.

Ja, unsere Lippen sind meistens verspannt beim Küssen. Und der Unterkiefer auch. Das heißt letztlich, der ganze Körper. Dabei könnte der Mund so unendlich weich und warm sein, sinnlich, knuddelig, verspielt, voller unschuldiger Hingabe. Voll des ausgedehnten köstlichen Genusses der Lippen, der trockenen sensiblen Lippenbereiche und der schleimhäutigen Zonen auf der Innenseite. Und Küssen ist etwas extrem Intimes. Ich will sagen, beim Kuss wird spürbar, wie intim wir miteinander werden wollen und können.

Wie meinen Sie das?

Wir haben schon darüber gesprochen, wie Intimität mit Einander-Sehen zu tun hat und mit Sich-offen-Zeigen. Dazu gibts eine kleine Geschichte zu erzählen. Ich suchte kürzlich ein Bild für das Cover dieses Buches. Unter dem Stichwort »Kuss« bot mir die Fotoagentur Corbis gut 5000 Bilder von küssenden Paaren zum Herunterladen an. Praktisch alle Leute auf diesen Fotos küssen mit geschlossenen Augen, ein paar schauen in die Kamera, aber so gut wie niemand in die Augen des geliebten Menschen. Das zeigt überdeutlich, dass Blind-Küssen fester Bestandteil unserer erotischen Kultur ist. Alle machens wie alle anderen und verpassen dabei viel schmackhafte Intimität. Ohne es zu merken oder zu vermissen. So entdecken sie auch nicht, dass Küssen sexuelle Energie zum Fließen bringen kann. Ein Fluss, der sich durch den ganzen Körper zieht.

Was ist Sex eigentlich? Keine Verrichtung, keine Lebensnotwendigkeit – sondern?

Sexualität ist der biologische Fluss der Lebensenergie. Dieser Energie verdanken wir unser Leben. Ohne Sex gäbe es uns nicht. Er ist also ein Geschenk des Lebens an uns Säugerinnen und Säuger. Für uns Menschen ist er zusätzlich ein Geschenk des Himmels. Weil er mit viel symbolischer Bedeutung angereichert ist. Wir können ihm unseren persönlichen Sinn und Wert geben und ihn entsprechend gestalten. Die Sexualität ist ja auch eine nicht verbale Sprache; sie erlaubt uns, einander die berührendsten Mitteilungen zu machen – sofern wir dieser Sprache mächtig sind. Zum Beispiel: »Wir gehören zusammen.« Oder ganz einfach: »Ich liebe dich.«

Ist guter Sex lernbar?

Am leichtesten und gründlichsten lernbar ist schlechter Sex. Es genügt, Pornos zu konsumieren. Oder sich auch nur die unumgänglichen mehrheitsfähigen Sexszenen in den Publikumsfilmen zu Gemüte zu führen. Dort bekommt man vorgesetzt, wie mans macht. Ein beliebiges Beispiel: Da war kürzlich der oscargekrönte Hollywood-Streifen »Revolutionary Road« mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio. Zwei Kopulationen kommen darin vor, beide lieblos versimpelt, wie wir sie im Kino schon tausendmal mitbekommen haben, das ewige Beischlaf-Einerlei in knappen 45 Sekunden, herzlos und leidenschaftlich kopflos. Ärgerlich! Soll mir doch niemand sagen, das hinterlasse keine Spuren in unseren Hirnen und Herzen.

Wo und wie kann man lernen, guten Sex zu erreichen?

Dieses Lernen beginnt sicher damit, dass wir uns selber und einander gegenseitig immer wieder eingestehen, dass unser Liebesleben unvollkommen, zu unvollkommen ist. Wer wirklich daran interessiert ist, es zu vervollkommnen, hat kein Problem damit, an die notwendigen Informationen heranzukommen. Die erste Adresse ist natürlich der Partner. Er muss zuerst darüber reden können, was für ihn erfüllender Sex sein könnte. Und mein Interesse an dem, was er sagt, ist natürlich Grundvoraussetzung. An zweiter Stelle komme ich.

Man muss also reden miteinander, um guten Sex zu haben?

Ja, natürlich! Ich sage und schreibe das seit Jahrzehnten – man muss reden miteinander. Sonst vertrocknet der Sex ziemlich sicher. Weil man viel zu wenig weiß vom Partner, also kaum weiß, wer er ist. Ja nicht einmal wirklich, wer man selbst ist. Weil man dazu neigt, sich hinter seinem eigenen Schweigen zu verstecken.

Das heißt, man muss die ganze Zeit reden, damit der Sex gut wird?

(Lacht.) Um Gottes willen! Reden ist hier Gold, Stillsein aber auch. Mit Stillsein meine ich nicht Stummsein. Die Stille kann unglaublich stark werden. Für den Kontakt, für die Präsenz, für die Achtsamkeit, für das unmittelbare Erleben von Hier und Jetzt. Genau so kraftvoll wie Worte. Wenn nicht sogar stärker.

Reicht der paarinterne Austausch?

Wahrscheinlich nicht. Jedes Paar braucht Impulse und Erkenntnisse von außerhalb. Noch nie war es so einfach, an Unmengen von Informationen und Anregungen zu dem Thema heranzukommen. Gedrucktes und Digitales gibt es allerdings so unübersehbar viel, dass es Mühe macht, die Spreu vom Weizen zu trennen.

In einem amerikanischen Sex-Ratgeber habe ich gelesen, es brauche »Entschlossenheit« für guten Sex. »To be determined« hieß es da. Das hat mir gefallen. Und Ihnen?

Die deutsche Üersetzung ist gut: »Entschlossen« ist das Gegenteil von »verschlossen« und »abgeschlossen«. Entschlossen ist jemand, der ein kräftiges Ja sagt zu seiner Sexualität, zu seinem sexuellen Engagement, zu seinem Partner. Entschlossener Sex ist offen, ist auf Empfang eingestellt, nicht festgelegt, also beweglich und beherzt. Guten Sex können aber nur zwei entschlossene Leute miteinander haben. Apropos entschlossene Paare: Da fallen mir jene beiden amerikanischen Paare ein, die sich entschlossen haben, ein volles Jahr beziehungsweise über drei Monate lang jeden Tag Sex zu haben ...

... und darüber je ein Buch zu schreiben.

Ja, genau. Beide Bücher verkauften sich in den USA zuhauf, und die Presse stürzte sich auf die Einzelheiten der Berichte. Das Spektakuläre an diesen Büchern ist aber, dass die beiden Paare sich offenbar entschieden haben, den Fernseher aus ihrer Wohnung zu schmeißen und eine Menge Zeit für ihre Erotik zu reservieren. Und zwar jeden Tag. Natürlich weiß niemand, wie viel Wahres dran ist an diesen Storys und ob alle Beteiligten wirklich durchwegs freiwillig bei der Sache waren. Gut ist die Idee, der Vorschlag: Lass uns mal einen kräftigen Investitionsschub in unsere Sexualität machen! Eine potente erotische Konjunkturspritze also. Ist vielleicht gescheiter, als dauernd über Lustverlust zu wehklagen. Und den Partner dafür verantwortlich zu machen.

Was macht eigentlich den Orgasmus stressig?

Wir arbeiten auf das grandiose Finale hin, das wir ganz oben auf dem Berg stattfinden lassen wollen, indem wir dort oben ein fulminantes Feuerwerk zu zünden gedenken. Wenn möglich gleichzeitig. Als ob wir beide höchst leistungsfähige und optimal vernetzte Computer wären. Schön, wenn das wirklich funktioniert. Aber wenns nicht läuft wie geschmiert, ist es eben auch eine Chance. Die Chance für eine Entdeckung nämlich. Zu entdecken wäre, dass der Orgasmus ein fließender Zustand sein kann. Und nicht bloß ein Höhe-Punkt. Man könnte sich quasi in ein weites Tal hinein entspannen, statt angespannt den Gipfel anzusteuern, bis man endlich am ersehnten Punkt anlangt. Statt sich eine verkrampfte Mühe geben und reizen und reiben und rubbeln, bis die ganze Erregungsladung in ein paar wenigen Sekunden verpufft. Ähnlich wie ein gewöhnliches Niesen.

Orgasmus als entspannter Zustand – das ist eine eigenwillige Vorstellung.

Ja, eine ganz entspannte Vorstellung davon, dass im Zusammen-Sein alles da und präsent ist, was wir brauchen und wonach wir uns sehnen. Sicher, der gute alte Gipfelorgasmus ist auch ein Wunder. Wer möchte ihn schon missen? Guten Sex hat wohl ein Paar, das sich frei fühlt, entweder einen Gipfelhöhepunkt zu erreichen oder entspannt orgastisch zu sein. So oder so ist das der wunderbarste Orgasmus, der plötzlich da ist, ohne dass man ihn gerufen oder herbeigenötigt hat. Und der Orgasmus, der so entspannt ist, dass man seinem Partner dabei in die Augen schauen kann. Ein verrücktes Erlebnis.

Was verstehen Sie unter Befriedigung, Erfüllung beim Sex?

Was für Sie erotisch befriedigend ist, können nur Sie selbst wissen oder herausfinden. Vielleicht unterstützen Sie ein paar Stichwort-Fragen, die Sie anregen, zusammen mit Ihrem Partner danach zu suchen, was Sie und Sie beide wirklich befriedigen könnte: Was brauchen Sie, um sich beim Sex voll zu entspannen? Welche Sorgen, Bedenken, Ansprüche müssten Sie loswerden können? Geben Sie sich Ihren fünf Sinnen wirklich hin? Sind Sie ganz da? Haben Sie neben Ihrem Partner den Platz, den Sie brauchen, um aufzublühen in der sexuellen Begegnung? Und die Wärme, das Vertrauen? Wie wichtig ist Ihnen der Orgasmus wirklich? Und der Orgasmus des Partners? Weiß er das und glaubt ers Ihnen? Wie gehts Ihnen jeweils nach dem Sex? Fühlen Sie sich befriedigt? Woran merken Sie das? Weiß er das von Ihnen genau? Und Sie von ihm? Wissen Sie voneinander, was vielleicht stört oder fehlt?

Sie sagten einmal, guter Sex entstehe vielleicht dann, wenn sich ein Mann selber aus dem Weg räumt, um der Frau begegnen zu können.

(Lacht.) Dieser vielleicht ungewohnte, zugespitzte Gedanke hat mit unserer allgegenwärtigen Sexkultur zu tun. Ich bekomme doch jeden Tag mit, dass sich Frauen im Bett nicht den Platz nehmen, der ihnen zusteht. Sie merken es selber nicht einmal, wie sollten es dann die Männer realisieren? Unübersehbar ist allerdings, dass viele Frauen sexuell unglücklich, unbefriedigt, stumpf und stillgelegt sind. »Sich selber aus dem Weg räumen« – das muss der Mann natürlich nicht. Aber er wird mit großem Vorteil damit rechnen, dass die Sexualität, die er mit seiner Frau hat oder hatte, genau genommen eine männlich geprägte Sexualität ist.

Männer und Frauen wollen also nicht dasselbe beim Sex?

Ich zögere, diese Frage zu beantworten, weil dann irgendwer mich zitieren und neue Dogmen bauen oder festigen kann. Jedes Paar ist so einzigartig wie diese einzigartige Frau und dieser einzigartige Mann. Keine Frau will dasselbe wie ihr Mann. Keine Frau und kein Mann darf aber die Tatsache außer Acht lassen, dass die Frau und ihre körperlichen Liebesbedürfnisse seit Jahrhunderten missachtet worden sind und dass diese Missachtung auch in unseren aufgeklärten Betten subtil weiterwirkt. Selbst wenn kaum jemand davon spricht. Oder besser: weil niemand darüber redet.

Sie wollen also nichts Allgemeines darüber sagen, was Frau und Mann Unterschiedliches zu gutem Sex beitragen könnten?

(Lacht.) Lieber nicht ... Höchstens eine Metapher, die mir persönlich gefällt: Die Frau ist die Gastgeberin, der Mann der Gast. Nehmen Sie das Bild als Zen-Rätsel, wenn Sie mögen. Denken Sie drum herum und kauen Sie es gemeinsam mit Ihrem Partner. Aber fragen Sie mich nicht weiter ...

Sagen Sie stattdessen noch etwas zu den Brüsten. Was bedeuten sie im Liebesspiel?

Ich glaube, sie werden von Frauen und Männern gleichermaßen vernachlässigt. Frauen sind sehr häufig unzufrieden mit dem Aussehen ihrer Brüste und wissen wenig darüber, wie diese berührt werden möchten. Und welche Rolle sie beim sexuellen Energiefluss spielen könnten. Männer behandeln sie eine Zeit lang als ihre sexuellen Spielzeuge und haben nur ganz wenig Ahnung, wie sie sie ins Liebesspiel einbeziehen könnten. Mit der Zeit verlieren sie das Interesse an den Brüsten ihrer Frau fast ganz. Ähnlich übrigens, wie sich die Frauen allmählich überhaupt nicht mehr dem Penis ihres Mannes liebevoll zuwenden. So verkriecht sich oft beides, sowohl die Liebe als auch das Spiel.

Unter gutem Sex stellen wir uns gern etwas Beständiges vor, etwas, das uns begleitet, wenn »wir zusammen alt werden«.

Ja, wir sind widersprüchlich. Einerseits wollen wir im Überschwang verliebter Gefühle tatsächlich »zusammen alt werden«. Aber andererseits sind unsere Ideen und Bilder von Sexualität sehr eng mit körperlicher Frische, straffer Haut und tadelloser sexueller Funktionstüchtigkeit verknüpft. Viele Paare sind überzeugt, dass ihr bester Sex weit zurückliegt, in ihrer goldenen Verliebtheitszeit.

In der Zeit, als sie sich ja überhaupt noch nicht kannten.

Ja. Der amerikanische Sexualtherapeut David Schnarch unterscheidet zwischen Geschlechtsreife und sexueller Reife. Geschlechtsreif wird man in der Pubertät, sexuell reif erst viele Jahrzehnte später. Sinngemäss schreibt Schnarch, die reife Sexualität erwerbe man sich parallel zur Zellulitis. Für den Mann heißt das: Die Chancen für guten Sex steigen, wenn sich die Haupthaare lichten. Richtig guter Sex ist also offenbar erst möglich, wenn der Körper seine Hauptblütezeit längst hinter sich hat. Insofern darf man sich tatsächlich drauf freuen, »miteinander alt zu werden«. Doch viele Menschen sind zwar geschlechtsreif, werden aber alt und sterben, ohne je sexuell reif geworden zu sein.

Woran erkennt man sexuelle Reife an sich selbst oder am Partner?

Vielleicht am deutlichsten an der Gelassenheit. Wenn der Horizont des Lebens langsam in Sicht kommt, also ab vierzig, fünfzig oder sechzig, wird in der reifen Sexualität einiges unwichtiger. Zum Beispiel Frischfleisch und körperliche Unversehrtheit, Erregung und Erregbarkeit, sexuelle Funktionstüchtigkeit, narzisstische Erfolgserlebnisse, Übereinstimmung und Harmonie.

Und was könnte für einen sexuell reiferen Menschen wichtiger werden?

Die Entspannung. Wer entspannt ist, wird offen für das, was wirklich ist. Er sieht den Partner, wie er ist, spürt sich, wie er selber ist. Er ist da im jetzigen Augenblick. Er ist dankbar für das Geschenk des Moments. Guter Sex ist wonnige Dankbarkeit.

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© Barbara Lukesch